"Tango der Papiere" 
– eine Video-Ode an die Vergänglichkeit des Augenblicks

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Inhalt
Nahezu unbemerkt – im Fußraum eines fahrenden Cabrios – wird „Unsichtbares“ für einen kurzen Moment sichtbar.
Scheinbar lebloser Abfall beginnt sich – eingefangen vom Windzug – im Rhythmus der im Wagen laufenden Tangomusik zu wiegen und zu tänzeln. Der Wind bildet dabei mit der Musik und dem Müll eine berührende Einheit, die voller Wunder steckt.

Mit Leichtigkeit, beinahe zärtlich umschmeicheln die „ achtlos weggeworfenen Akteure“ einander. Sie sprühen vor Lebendigkeit und tanzen perfekt zu den Tangoklängen im rauschenden Fahrzeug. Schon meint der Betrachter Wesenhaftigkeit und Charaktere in den bewegten Objekten zu entdecken.

Doch unvermittelt ist der Tanz so schnell vorbei wie er begann. Die „beseelten“ Werkstoffe ergattern einen sicheren Platz im Schutz des Autositzes. Und als sie einfach unberührt vom wilden Fahrtwind beinahe regungslos liegen bleiben, breitet sich ein Hauch von Vergänglichkeit aus. Unbeeindruckt verharren sie.
Ganz so als wäre nie etwas geschehen. Als wäre Papier nur Papier und Plastik nur Plastik.

Der erwartungsvolle Betrachter jedoch wartet. Heimlich schwingt die grazile Schönheit einer flüchtigen unsichtbaren Welt leise in ihm nach. Er ruft: „Da Capo“! Vergeblich! Es scheint: „Die Götter gewähren nur selten eine Chance ein zweites Mal!“

Entstehung und Besonderheit
Das Video wurde auf der A2 von Braunschweig nach Hannover am 27. Juli 2014 am späten Nachmittag aufgenommen.
Das gesamte Werk spiegelt die reale Situation 1 zu 1 wieder. Das Verdeck des Cabrios war offen. Der Müll lag im Fußraum und die Tangomusik lief im Wagen genau wie im Film zu hören. Es wurde nichts nachtäglich verändert.

Es war einer jener magischen Momente, auf die man als Künstler immer hofft: Der perfekte Augenblick mit einem perfekten Zusammenspiel von laufender Musik, Wind, Akteuren und Filmerin. Beinahe ein „Geschenk der Götter“...

Ein äußerst flüchtiger Augenblick konnte konserviert werden. Dadurch kann er nun mit anderen Menschen geteilt und beliebig reproduziert werden.
Das Unsichtbare und Vergängliche erhält einen Hauch von Unsterblichkeit ...

Musik
Isabelle van Keulen Ensemble, (Musiker: Isabelle van Keulen, Christian Gerber, Ulrike Payer, Rüdiger Ludwig) ,Tango!, Astor Piazolla (1921-1992), Invierno Porterño (Auszug in der Länge von 1,05 Minuten)

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