Verschlossen – an meine Brüder im Gefängnis (2013)

30 x 40 cm, Acryl mit Kohle auf Leinwand

 

Gefangen sein – durch Andere, gerechtfertigt, ungerechtfertigt, durch uns selbst, als Mensch, als Tier, im Gefängnis, in der Krankheit, in der persönlichen Liebe, in Hunger, Elend, Not, in der Trauer, im Schmerz, der Begierde, im Zorn,  in der Schlaflosigkeit, in sich selbst … Ein scheinbar auswegloser Zustand der Lähmung: eingeschlossen, verschlossen, weggeschlossen und vergessen!? Der Weg in die Freiheit ist schwer, wenn der Blick nicht mehr heraustritt, um der Hoffnung und der Freude, der Sinnhaftigkeit und Schönheit des Seins zu begegnen!

Wohl dem, der dann Freunde hat ...

(MIVP, 2014) 

 

Das Bild gehört zu der Serie 
"Schau dir in die Augen" - Ein-Blicke in das Seelenleben von Tieren, Menschen, Fabelwesen und uns selbst

Augen sind der Spiegel der Seele. Sie sind das Tor in unser Inneres. Wenn wir genau hinschauen, entdecken wir, wen wir vor uns haben. Gefühle und Charaktere werden sichtbar. In den Augen lesen wir, was zwischen den Zeilen ausgesprochener Worte steht. Sie lügen nicht und offenbaren, was wirklich ist. Ob Glück, Freude, Aufrichtigkeit, Kummer, Schmerz, Hinterlist, Argwohn, Gier, Stolz, Verschlossenheit, Skepsis, Angst, Wut, Kraft, Entschlossenheit, Klugheit, Bescheidenheit, Güte, Mitfühlen, Weisheit, Liebe … alles seht uns in die Augen geschrieben. Jede Verschleierung des Blickes ist zwecklos. Diejenigen, die gelernt haben tiefer zu sehen, blicken einfach hinter den Schleier. Sie sehen, wenn der Mund ohne das Auge lacht und zur grinsenden Grimasse gefriert. Wie es zum wertlosen Lächeln mutiert, dessen Künstlichkeit uns zurückweichen lässt.

Wenn wir uns selbst ehrlich in die Augen schauen, verrät uns unser Spiegelbild, was wir denken und fühlen, was wir ändern könnten, wenn wir wollten und wer wir im Innersten wirklich sind. Authentizität gewinnt Raum. Wir schließen Frieden mit uns selbst, weil wir das Höhere in uns erkennen, das alle Drangsale überstrahlt. Befreit vom Ballast unnützen Haderns, Zögerns, Misstrauens, dem Aberglauben es nicht zu können, Ängsten oder Trübsinn. Schwäche wird augen-blick-lich zur Stärke. Unser spirituelles Sein entfaltet sich.

Wenn wir einander aufrichtig in die Augen schauen, spiegeln sich unsere Seelen in ihrer Wahrhaftigkeit wider. Wir verstehen ohne Worte. Sympathie und Antipathie verschwimmen. Wir werden weich und emphatisch, lernen lieben, verstehen und verzeihen. Wir fühlen mit. Über einen einzigen AugenBlick entsteht etwas Größeres: Das Erkennen unserer Verbundenheit mit allem. 

(MIVP, 2014)